Volle Peilung: Trend Japan-Importe

Importe aus Japan sind in der Szene seit Jahren ein viel diskutiertes Thema. Die einen schätzen „Japan-Heimkehrer“ aufgrund ihrer oft niedrigen Kilometerstände, ihrer vielfach umfangreichen Ausstattung und ihres oft sehr guten Erhaltungszustands sehr. Die anderen kritisieren sie als „Groschengrab“, da Motoren und Getriebe unter dem ständigen Stop-an-go japanischer Metropolen gelitten haben können und auch Lacke und Innenausstattungen die oft intensive Sonneneinstrahlung nicht immer schadlos überstanden haben.

Optisch unterscheidet sich das japanische MB-Radio nicht von einem hiesigen Gerät. Es könnte aber analogen Polizeifunk empfangen und ist deshalb hierzulande verboten.
Optisch unterscheidet sich das japanische MB-Radio nicht von einem hiesigen Gerät. Es könnte aber analogen Polizeifunk empfangen und ist deshalb hierzulande verboten.

In der Tat arbeiten seriöse Unternehmen wie etwa Classic Clockstoppers aus Berlin, die sich auf Japan-Importe spezialisiert haben, die angekauften Fahrzeuge für den deutschen Markt oft umfangreich auf. Dazu gehören neben dem Austausch der Scheinwerfer (in Japan herrscht Linksverkehr) und eines montierten Radios (der FM-Frequenzbereich in Japan hört da auf, wo unser UKW anfängt, ein japanisches Autoradio könnte also hiesigen, analogen Polizeifunk abhören und ist somit hierzulande nicht zulässig) auch der Austausch aller relevanten Verschleißteile und Betriebsstoffe. Ein so „durchrepariertes“ Fahrzeug hat dann zwar seinen Preis, ist aber dann aufgrund der vorgenannten Attribute ein sehr reizvolles Angebot.

Aus Prestigegründen (europäische Wertarbeit gilt dort immer noch als

Der kuriose Peilstab dient im japanischen Linksverkehr zur Orientierung, hierzulande muss er demontiert werden. Bild: Classic Clockstoppers
Der kuriose Peilstab dient im japanischen Linksverkehr zur Orientierung, hierzulande muss er demontiert werden. Bild: Classic Clockstoppers

Statussymbol) bestellen Japaner deutsche Autos bis heute oft als Linkslenker. Der Fahrer sitzt dann aber auf der falschen Seite, der Gegenverkehr kommt ja von rechts. Um den Abstand besser einschätzen zu können, verkauft Mercedes-Benz in Japan die hierzulande kurios anmutenden Peilstäbe. Stilecht mit Stern! Diese werden dann vorn rechts montiert und sind vom Fahrerplatz aus gut einsehbar. In Deutschland dürfen diese Peilstäbe leider nicht am Fahrzeug verbleiben, der TÜV wertet sie als hervorstehende Karosserieteile, die etwa Fußgänger gefährden könnten.

Als sehr nützlich erweist sich aber eine weitere Spezialität japanischer Erstauslieferungen – die dort zwingend vorgeschriebene Pannenleuchte! Sie kann als normale Taschenlampe verwendet werden und verfügt

In Japan vorgeschrieben: Pannenlampe mit Blinkfunktion. Man beachte die japanischen Schriftzeichen.
In Japan vorgeschrieben: Pannenlampe mit Blinkfunktion. Man beachte die japanischen Schriftzeichen.

zusätzlich über eine Blinkfunktion. Mit einem Magnetfuß lässt sie sich auf dem Wagendach befestigen. Relativ schmucklos hat der Hersteller ihre Unterbringung gestaltet, sie steckt in einem grauen Schaumstoffpolster im Ablagefach der Fahrertür.

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