Die Sache mit dem W

Das große W ist für viele „Nicht-Mercedologen“ oftmals ein Mysterium. Wenn sich Benz-Fans über ihre Autos unterhalten, werfen Sie sich häufig Begriffe wie „W 124“, „W 201“ oder auch „C 126“ um die Ohren. Hä?

Nun ist es so, dass jeder Autohersteller bei seinen diversen Baureihen zwischen einer Verkaufsbezeichnung und einem internen Baumustercode unterscheidet. Die Verkaufsbezeichnung ist das, was auf dem Heckdeckel steht. Wenn der Kunde diese Option nicht abbestellt hat, steht dort etwa „190 E“ oder „250 D“ oder „300 TE“. Werksintern „heißen“ diese Fahrzeuge aber ganz anders. Ein 190 E ist ein W 201. Ein 250 D oder 300 TE ist ein W oder S 124.

Das große W steht bei Mercedes-Benz für „Wagen“ und meint die PKW-Grundform einer viertürigen Limousine. Der darauf folgende, dreistellige Zahlencode bezeichnet die Baureihe. Mercedes-Freunde – auch ich – gehen mit dem großen W oft ein wenig nachlässig um und benutzen es einfach als Bezeichnung für alle Fahrzeuge der Reihe. Streng genommen ist das falsch. Mercedes unterscheidet mit dem vorangestellten Buchstaben nämlich auch noch die unterschiedlichen Karosserievarianten, die es innerhalb dieser Baureihe gibt. So steht das W (124) eben für die viertürige Limousine, ein S (124) ist ein „Stationswagen“ – also das T-Modell oder Kombi – und das C (124) das Coupé.

Einzig das Cabriolet und die Sonderaufbauten, etwa Fahrgestelle für Notarztwagen, fallen aus dieser Logik heraus. Das Cabriolet wird intern als A (124) bezeichnet, für die Sonderaufbauten, bzw. Fahrgestelle ohne Aufbau, verwendete Mercedes-Benz den Code VF (124).

Edit: Aufgrund der freundlichen Nachfragen von Nenad und Gregor Schumann hier noch zwei Zusatzinformationen: Die Langversionen des W 124 wurden intern als „W 124 lang“ oder „V 124“ bezeichnet. Die Typologie der vorangestellten Buchstaben in Verbindung mit einer Ziffernkombination verwendet das Unternehmen seit der Fusion der beiden vorher getrennten Firmen Daimler und Benz im Jahre 1926.

4 Gedanken zu „Die Sache mit dem W“

  1. Hallo zusammen,
    ich überlege gerade, ab wann es diese „C“ und „S“ Varianten gibt. Zuerst aufgefallen ist mir das vor Jahren bei einem „R“129, vorher kannte ich nur das gute alte W.
    Muss ich doch gleich mal googeln.

    Liebe Grüße aus dem Spreewald.

    Gregor (44)

    1. Lieber Gregor,
      virlen Dank für Deinen Beitrag. Ehrlich gesagt, kann ich Deine Frage auch nicht auf Anhieb beantworten. Aber sie interessiert mich sehr. Ich werde da nachforschen…;-)

      Gruß,

      Tobias

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